Reise & Foto Blog

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Wichtiges und Unwichtiges über meine Reisen und meine Fotografie, sowie aus den von mir bereisten Ländern.

Now & Then im BR

PhotographyPosted by Rainer Grosskopf Mon, October 24, 2016 17:58:22

Im Juni vor 50 Jahren war ich beim Konzert der Beatles im Zirkus Krone in München. In einem früheren Post hatte ich dazu schon geschrieben und ein paar SW-Fotos der Beatles gezeigt, die ich damals mit einer einfachen Kamera gemacht hatte.

Am Freitag den 21.10.2016 lief im Bayerischen Fernsehen ein Teil der Reihe „Now & Then“ – Der Soundtrack unseres Lebens. Meine langjährige Freundin Gerti behauptete, dass ich in einem kurzen Ausschnitt der Sendung bei dem Konzert der Beatles im Zirkus Krone zu sehen sei. Daraufhin habe ich mir natürlich die Sendung in der Mediathek des BR angeschaut und ein Bild ausgeschnitten, auf dem ich (?) zu sehen bin. Mein Bruder Volker war gleich überzeugt, dass ich auf dem Bild zu sehen bin - Frisur, Hemd, Nase und der kleine blitzende Anhänger sind eindeutige Indizien.

Nun habe ich mir erlaubt, meine Geschichte vom Besuch des Beatles-Konzerts im Jahr 1966 mit diesem Bild von mir (ich hoffe ich darf das) beim Konzert abzurunden. Für alle, die mich nicht kennen - ich bin der Blonde, der links im Bildvordergrund steht.




Wer etwa in meinem Alter ist und sich für die Musik seiner Jugendzeit interessiert, für den sind die Beiträge der Serie „Now & Then“ im Bayerischen Fernsehen sicherlich sehenswert. Nächste Folge am 28.10.2016, oder auch in der Mediathek des BR zu finden.



Reisen im ersten Halbjahr 2016

TravelPosted by Rainer Grosskopf Sun, July 10, 2016 12:17:08

Nachdem das halbe Jahr 2016 vorbei ist, kann ich ja mal in Punkto Reisen ein vorläufiges Fazit ziehen. Im Februar war ich wieder einmal im Winter für 10 Tage in Island, und bis auf die erschreckend hohen Touristenmassen – besonders am Golden Circle – war es eine sehr schöne und fotografisch ergiebige Reise.



Da ich im März dann schon wieder in Nordspanien unterwegs war, die ganze Küste von Bilbao bis zur portugiesischen Grenze entlang, kam ich nicht dazu alle Bilder von Island aufzubereiten, und das gleiche gilt für die Bilder von Asturien, Galicien usw. Das ist bei den vielen Reisen, und den kurzen Aufenthalten in München dazwischen, überhaupt das Problem: Die Zeit für die Bildbearbeitung fehlt. Trotzdem gibt es natürlich ein Bild aus Galicien.



Im April war dann Irland auf dem Plan, und trotz der frühen Jahreszeit, war das Wetter recht gut auf der sonst gerne mal verregneten Insel. Diesmal hatte ich statt eine Campers, der mir zu groß für die engen Straßen war, einen kleinen PKW, mit dem ich dann absolut problemlos und „angstfrei“ auch auf den engsten Straßen rumfahren konnte – und solche Straßen gibt es seeeeehr viele in Irland. Wetterbedingt entschied ich mich für die Nordhälfte von Irland, denn diesmal hatte ich nur 2 Wochen zur Verfügung. Die Südhälfte von Irland kommt dann Ende Juli dran – hoffentlich klappt es dann auch mit ein paar geplanten Bootsfahrten (Skelling Island, Fastnet Lighthouse).



Im Mai hatte ich dann – auch aufgrund des mäßig guten Wetters – etwas Zeit, den Bilderstau abzuarbeiten. Aber dann ging es für den gesamten Juni in die USA, zum Glück gibt es ja zurzeit wieder den Nonstop-Flug MUC-DEN mit der Lufthansa. 4 Wochen Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad (auch auf Höhen um 2000 m) sorgten dafür, dass ich eigentlich nur Shorts, T-Shirt und Sandalen brauchte. Ich war aber auch froh, dass ich nicht im Südwesten unterwegs war, denn Temperaturen um 40 Grad brauche ich eigentlich nicht – aber auch nicht das Sch….wetter, das zu der Zeit in Deutschland war.

Leider war es auch im Grand Teton und Yellowstone recht voll, und die Motelpreise überschritten gerne mal die 200 US$, was aber nicht durch Qualität sondern nur durch Nachfrage zu rechtfertigen war – wenn überhaupt. Aber wie man im vorherigen Posting lesen kann, habe ich einige Lücken bei meinen digitalen USA-Bildern zu schließen, und da bin ich jetzt einen Schritt weiter.



Dass es noch so gut wie keine bearbeiteten Bilder gibt, sollte nicht verwundern, da ich erst vor 10 Tagen zurückgekommen bin. Viel Zeit bleibt auch nicht, denn Ende Juli geht’s wieder nach Irland, dann im September/Oktober nochmal in die USA (Ostküste und New York) und auf dem Rückweg eine Woche Stopover in Island. Danach habe ich dann hoffentlich auch mal Zeit, mich um die Bildauswahl und Bildbearbeitung zu kümmern. Geplant ist ab Ende Oktober keine Reise mehr in 2016, aber wer weiß, wenn es vielleicht ein schönes LH-Meilenschnäppchen für Dezember gibt?





Meine Harenberg-Kalender 2017

PhotographyPosted by Rainer Grosskopf Mon, July 04, 2016 12:01:24

Für 2017 durfte ich mal wieder überwiegend die Bilder für den Sehnsuchts- bzw. Postkartenkalender USA 2017 und den Wochenplaner Amerika 2017 vom Harenberg Verlag zur Verfügung stellen. Beide Kalender haben die gleichen Bilder, nur in unterschiedlichen Formaten. Nur die Titelbilder sind verschieden, auch weil für den Sehnsuchtskalender ein Querformat benötigt wird, und für den Wochenplaner ein Hochformat.

Wenn ich mich nicht verzählt habe sind die beiden Titelbilder und insgesamt 37 der 53 Bilder von mir. Da der Verlag nur noch original digitale Bilder akzeptiert, war ich nicht in der Lage, die „kompletten“ USA mit meinen Bildern abzudecken.

Das Titelbild des Sehnsuchtskalenders USA ist aus dem Goblin Valley, ...

... und der Titel des Wochenplaners Amerika 2017 zeigt den Chimney Rock im Capitol Reef National Park. Ich schlug beim Wochenplaner eine Version mit „dramatischeren“ Lichtverhältnissen vor, musste dann aber akzeptieren, dass die Redaktion eine etwas „langweiligere“ Version auswählte.

Zu meiner Überraschung war der Harenberg Verlag aber wohl mit meinem Angebot an Island-Bildern zufrieden – die Insel ist ja auch etwas kleiner als die USA – denn den Sehnsuchts- bzw. Postkartenkalender Island 2017 durfte ich komplett mit meinen Bildern füllen. Daher werde ich in diesem Fall auch als Autor des Kalenders genannt.

Den Island-Kalender gibt es nicht als Wochenplaner. Da beim zweiten Kalender, wie bei den beiden USA-Kalendern, die Bilder aber als „Wiederverwendung“ honoriert werden, gibt es eh nur noch ca. 60% - reicht also höchstens für einen gebrauchten Mittelklassewagen.smiley





Es ist zum Kotzen

PhotographyPosted by Rainer Grosskopf Tue, January 19, 2016 12:09:37

Die Überschrift lässt erahnen, dass ich mich über irgendetwas ziemlich ärgern muss. Und schuld daran ist One.com, der Host/Provider von meiner Website.

Ende 2014 fing es an, dass ich von One.com laufend darauf hingewiesen wurde, dass ich meine Website für den neuen Web Editor konvertieren müsse, da der alte Web Creator ab März 2015 nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Andernfalls könnte ich danach meine Seiten nur noch im Quellcode bearbeiten. Ich befasste mich mal kurz mit der Sache und versuchte eine Seite zu konvertieren – es gelang mir aber leider nicht. Da mir die Zeit fehlte mich intensiver mit der Konvertierung zu befassen, schob ich das Ganze vor mir her. Die Website blieb ja auch im alten Zustand sichtbar, und nur Modifizierungen waren etwas mühsam. Allerdings reizten mich auch die möglichen Verbesserungen des Web Editors, z.B. die Anpassung der Darstellung für mobile Geräte (Smartphones).

An den Feiertagen um Weihnachten 2015 stieg ich erstmals ein wenig intensiver in den Web Editor ein und konvertierte erfolgreich ein paar meiner Seiten. Ich hatte Blut geleckt und begann weiter Seiten zu konvertieren. Dabei zeigten sich schon einige Schwächen des neuen Web Editors bzw. des Programms zur Umwandlung. Die Seiten eines Fotografen haben nun mal viele Fotos zum Inhalt, und jedes Foto hat bei mir eine Bildbeschreibung dabei, die im sogenannten title-tag oder alt-tag steht. Auch auf der gewandelten Website hat jedes Bild ein alt-tag, aber leider ist das Wandlungsprogramm nicht in der Lage die Bildbeschreibung zu übernehmen! Ich hätte gewarnt sein sollen, denn das bedeutet, dass ich bei jedem Bild erneut die Bildbeschreibung in den alt-tag einfügen musste, also entweder neu schreiben oder reinkopieren. Bei mehreren hundert Bildern kann man ahnen, dass es sich dabei um eine zeitraubende, langweilige Routinearbeit handelt. Aber ich hatte angefangen und machte weiter.

Ich hätte erneut gewarnt sein sollen, als ich auch bei weiteren Fragen an die Online-Beratung immer nur hörte: „Das geht leider nicht mit dem Web Editor“. Auch mehr als ein Jahr nach Einführung des Web Editors, scheint das Programm nicht sonderlich ausgereift zu sein. Aber ich machte weiter, und nach 3 Wochen !!!! Arbeit waren alle meine 255 Seiten konvertiert und sahen zumindest im Web Editor gut aus. Aber jetzt kommt’s. Als ich meine Seiten nun „veröffentlichen“ wollte, d.h. die alten Seiten sollten überschrieben und die konvertierten Seiten im Web sichtbar werden, da wurde mir zum ersten Mal angezeigt, dass der Web Editor maximal 120 Seiten verarbeiten kann. Nie zuvor wurde ich warnend darauf hingewiesen. Ich versuchte es trotzdem, aber nach ein paar Stunden brach das Programm ab, ohne dass eine einzige Seite überschrieben war.

Meine letzte Hoffnung war die Hotline. Diesmal gab es nicht gleich die altbekannte Auskunft, dass der Web Editor das nicht kann, sondern ich würde nach Rücksprache mit den Software-Entwicklern per Email kontaktiert werden. Gehofft hatte ich ja auf eine positive Antwort, aber richtig dran geglaubt hatte ich doch nicht. Und so kam es auch: „Nein, der Web Editor kann nur 120 Seiten verarbeiten. Prüfen Sie daher ggf. einmal die Löschung einiger Seiten. Sollten Sie die Website noch weiter ausbauen wollen, empfehlen wir Ihnen jedoch den Neuaufbau der Seite unter Verwendung eines CMS wie Wordpress oder Joomla.“

3 Wochen Arbeit umsonst, weil es eine absolut besch…. Information zum Web Editor gab. Danach ein paar ebenso besch… Vorschläge (z.B. Löschung einiger Seiten) und der einzige gute Rat, in Zukunft nicht auf das Kleinkinder-Spielzeug Web Editor zu bauen, sondern mit Wordpress die Seiten aufzubauen.

Hätte man die Beschränkungen des Web Editors nicht von Anfang an etwas deutlicher machen können, bevor ich 3 Wochen sinnlos mit der Konvertierung verplempere? Der Web Editor mag ja für das Poesiealbum eines 10-jährigen Mädchens geeignet sein, und hat damit auch seine Berechtigung. Aber das sollte man bitte auch klar von Anfang an kommunizieren. Ich kann nur kotzen, über diese Informationspolitik von One.com, die mir wertvolle 3 Wochen Zeit geraubt hat. Immerhin stand auch in einer Antwort, dass sie meine Frustration verstehen – na toll.



Das München Album

PhotographyPosted by Rainer Grosskopf Sat, January 16, 2016 15:39:20

Zum Jahresende kommt ja auch die ein oder andere Abrechnung von Bildagenturen, bei denen ich nur relativ wenige Bilder im Archiv habe. So war es heute auch bei timeline images, einem Bildarchiv mit historischen Bildern (älter als 30 Jahre), das zum Süddeutschen Verlag gehört. Aber was für eine Freude, als ich auf der Abrechnung sah, dass 2 meiner Bilder vom Besuch der Beatles in München in dem Buch „Das München Album“ vom Volk Verlag (erschienen 11/2015) veröffentlicht sind.

Mein erster Gedanke war, dass nun die Geschichte neu geschrieben werden muss! Nicht die Geschichte von München und auch nicht die der Beatles, aber die Geschichte der (wenn auch bescheidenen) Karriere des Rainer G. als Fotograf. Denn ich war noch im zarten Schüleralter, als die Bilder von den Beatles entstanden, womit rückwirkend betrachtet meine Fotografenkarriere also schon 1966 begann. Als rasender Reporter fuhr ich mit meinem Moped zuerst zum Flughafen Riem, um die Beatles zu empfangen, und anschließend versuchte ich in halsbrecherischem Tempo dem Wagen der Beatles zum Bayerischen Hof zu folgen. Aber das Ganze hatte ich ja schon mal vor knapp 2 Jahren beschrieben, und dort sind auch die Fotos zu sehen.

Im Juni jährt sich übrigens der einzige Auftritt der Beatles in München zum fünfzigsten Mal. Oh Mann, bin ich alt geworden.smiley







Rückblick 2015

TravelPosted by Rainer Grosskopf Sun, December 27, 2015 12:31:18

Das Jahr 2015 geht zu Ende, und es ist Zeit für einen kurzen Rückblick. Dieses Jahr bin ich so oft wie nie zuvor auf Reisen gewesen, und dabei habe ich auch ein paar neue Ziele aufgesucht, die schon länger auf meiner Wunschliste standen. Fotografisch haben sich die Reisen alle gelohnt, und einige der Ziele stehen für 2016 erneut auf meiner Wunschliste oder sind teilweise schon gebucht. Nachteil der vielen Reisen ist, dass ich überhaupt nicht mit der Aufbereitung der Fotos hinterher komme. Daran war aber auch der endlose Traumsommer Schuld, denn wer wollte bei dem Wetter schon im abgedunkelten Raum Bildbearbeitung machen? Zu allem „Unglück“ ist jetzt auch noch der Winter eher ein Frühling, so dass ich schon wieder nicht die Energie aufbringe, um meine fotografischen Altlasten abzuarbeiten.

Logischerweise litt auch meine Homepage, mein Blog und erst recht meine Facebook-Seite darunter, dass mir die Zeit für Updates fehlte. So dümpelt meine Homepage seit Anfang 2015 ohne neue Beiträge vor sich hin, und eine Überarbeitung wäre auch dringend notwendig, denn der Provider hat die Software umgestellt, so dass ich meine Seiten praktisch nur noch im Quellcode bearbeiten kann.

Aber zurück zu den Reisen, die ich wenigstens mal kurz chronologisch aufzählen möchte. Im März ging es los mit einem mehrtägigen Besuch in der Cinque Terre – seit Ewigkeiten schon ein Wunsch von mir. Ein paar Tage Manarola, ein paar Tage Vernazza und einige schöne Wanderungen – eine kurze aber wunderschöne Reise.

Im April folgte eine Reise an die spanische Atlantikküste, eine mir bis dahin unbekannte Gegend. Ich bin begeistert von Nordspanien und auch in 2016 steht Galicien wieder im Programm.

Im Mai war ich zum ersten Mal in Irland, und auf einer 20-tägigen Reise mit Camper habe ich die Insel einmal umrundet. Der Camper war komfortabel, aber meiner Meinung nach zu groß für die teilweise extrem engen Nebenstraßen in Irland. Ich wundere mich heute noch, wie ich ohne größere Schäden am Wagen alle Fahrten überstanden habe. Nur beim Ausparken habe ich ein paar Kratzer verursacht, die mich schlappe 250 EUR kosteten – leider genauso viel, wie die Selbstbeteiligung bei der Vollkasko betrug.

Auch Irland ist schon wieder für 2016 gebucht, aber diesmal mit einem (kleinen) PKW, und ich werde mich wohl auf den Nordwesten Irlands konzentrieren – hängt aber vom Wetter ab.

Im Sommer waren dann mal wieder die USA dran, und für 4 Wochen trieb ich mich im Gebiet der Great Lakes rum.

Im August konnte ich dann den herrlichen Sommer in Deutschland genießen, bevor es im September für 2 Wochen wieder mal nach Island ging. Mit dem bewährten Happy Camper konnte ich zwar nicht ins Hochland, aber es gab genug lohnenswerte Ziele anzufahren. Keine Frage, dass Island auch 2016 mindestens einmal (Februar schon gebucht) auf dem Plan steht.

Im November konnte ich dann eine eigentlich schon für Februar geplante Reise nach Florida nachholen, die mich auch in den Südosten der USA (Louisiana, Mississippi, Tennessee) brachte.

Im Dezember wollte ich dann bei Schmuddelwetter endlich auch intensiv Bildbearbeitung machen, aber stattdessen locken die Frühlingstemperaturen zu Fahrradtouren.

Na ja, in 2016 wird alles anders, aber zumindest Island (Februar), Galicien (März), Irland (April) und die USA (Juni) sind schon wieder gebucht.



Quo vadis Island?

TravelPosted by Rainer Grosskopf Wed, September 30, 2015 00:16:35

Nach 2 Wochen mit Camper in Island, bin ich zurück und habe erstmals Eindrücke vom Herbst bekommen, genau genommen vom Frühherbst, denn viel Herbstliches gab es noch nicht. Aber ich will mich nicht beschweren, denn das Wetter war größten Teils sommerlich – die Anzahl der Touristen leider auch. Genau genommen hatte ich den Eindruck, dass es teilweise voller war als bei meinen früheren Reisen im Juni/Juli. Aber das liegt wohl weniger an der Jahreszeit, sondern daran, dass die Anzahl der Touristen in Island von Jahr zu Jahr gewaltig ansteigt. Und die „Saison“ weitet sich aus, indem der September anscheinend schon zur Hauptsaison zählt, aber auch (das hat hier zwar nichts zu suchen) indem der März zur Winter-Hauptsaison geworden ist.

Ich kann mich ja nicht beschweren, dass immer mehr Touristen nach Island kommen, denn ich fahre ja selbst jedes Jahr zweimal nach Island. Die Isländer versuchen mit der wachsenden Zahl von Touristen klar zu kommen, aber leider geschieht das auf eine erschreckend schlimme Weise. Meine Beobachtungen sind zwar sehr selektiv, weil ich in den 2 Wochen natürlich nur einen kleinen Teil der Insel besuchen konnte, aber was ich zu sehen bekam, hat mich doch teilweise ziemlich schockiert.

Beim Godafoss wurde auf der bisher „unberührteren“ Schokoladenseite ein Parkplatz gebaut, und eine breite Schneise ins Gelände geschnitten, um entweder Menschenmassen oder gar Autos möglichst nahe an die Wasserfälle heranführen zu können. Die Planungen für diesen Ort lassen mich zusammenzucken, und man kann fast froh sein, dass nicht auch ein „Skywalk“ über die Fälle geplant ist – zumindest noch nicht.

Aber nicht nur solch touristische Highlights wie der Godafoss sind betroffen, sondern auch weniger bekannte Ziele wurden so „umgebaut“, dass ich/man nur erschrecken kann. Die Wasserfälle beim Kirkjufell auf Snaefellsnes wurden mit Boardwalks auf beiden Seiten der Fälle, mit erweiterten Parkplätzen und mit großen Hinweisschilder, zu einer touristischen „Attraktion“ ausgebaut. Folge war, dass sich dort zum Sonnenuntergang ca. 40 Fotografen einfanden, die sich (logischerweise) überwiegend im Wege rumstanden. Dabei störten die Boardwalks noch am wenigsten, aber vielleicht sollten die Isländer doch auch einmal über einen Fotografie-Beauftragten nachdenken und nicht nur über Elfen-Beauftragte. Dann könnte man zumindest solch eine grauenhafte Verbauung der Landschaft (unter fotografischen Aspekten) etwas einschränken. Träumen darf ich ja wohl.

Aber man kann noch eins drauf setzen. Bei dem wahrlich abgeschiedenen Leuchtturm Svörtuloft (es gibt auch andere Namen dafür) am westlichsten Ende der Halbinsel Snaefellsnes, hat man genauso Boardwalks in die Landschaft gesetzt und zur Krönung auch noch Geländer, um die Touristen davon abzuhalten sich von den Klippen ins Meer zu stürzen.

Wenn diese Verbauung der (bisher) grandiosen Natur in Island weiter geht, begonnen hat es mit der Aussichtsplattform am Skogarfoss, dann wird Island vielleicht eine Zeitlang noch die Anzahl der Touristen steigern können, aber irgendwann kippt das Ganze. Ich bin froh, dass ich einen großen Teil Islands ohne diese Verbauungen sehen konnte. Es bleibt wahrscheinlich noch einige Zeit das Hochland als Rückzugsort, aber warum sollte man da nicht die Pisten asphaltieren und ein paar Brücken bauen?

Fazit: Island ist ein Land bzw. eine Insel mit grandiosen Landschaften und einer gewaltigen Natur, und das wird noch lange so bleiben. Gerade diese „gewaltige“ Natur und die Urkraft der Vulkane werden sich gegen menschliche Einflüsse wehren, und uns diese ungebändigten Naturlandschaften noch lange erhalten. Aber auch die Isländer sollten vielleicht ein wenig nachdenken und Konzepte entwickeln, wie man mit den wachsenden Touristenzahlen umgehen kann, ohne die Landschaften den zu erwartenden Menschenmassen mit Boardwalks zugänglich zu machen.

Für Trolle und Elfen ist in Island gesorgt. Ich biete mich gerne der Isländischen Regierung als Fotografie-Beauftragter an, damit die Natur nicht nur für Tausende mit Bussen herangekarrte Touristen von Kreuzfahrtschiffen aufbereitet wird.

Bilderklau

PhotographyPosted by Rainer Grosskopf Sat, March 07, 2015 11:09:58

Es ist ja bekannt, dass im WWW nicht immer das Copyright beachtet wird, und die von der Europäischen Kommission angedachten Pläne eines europäischen, einheitlichen Gesetzes zum „Schutz“ des Urheberrechts, sind nicht gerade angetan, die Situation zu verbessern. Der Musik- und Filmbereich ist ja wahrscheinlich noch stärker von illegalen Downloads betroffen, als der Bereich Bild/Foto, aber es ist trotzdem ärgerlich, wenn Bildmaterial unerlaubt kopiert und genutzt wird, insbesondere, wenn es sich bei den Nutzern um kommerzielle Unternehmen handelt.

Ab und zu suche ich mal nach bestimmten Bildern von mir im WWW, meist um zu sehen, wo und wie ganz legal erstandene Bilder eingesetzt werden. Dabei stieß ich gestern auf ein Bild von mir, dass zwar bei Earthshots mal zum Photo of the Day gekürt wurde, aber über keine Bildagentur angeboten wird.

Auch wenn das Bild nur in einem Tweet eingesetzt wurde, so hat es doch den „kommerziellen“ Zweck, zu verdeutlichen, wo überall Nexus Radio gehört/genutzt werden kann. Das wäre mir relativ egal, wenn man wenigstens einen Link zum Urheber gesetzt oder einen Copyright-Vermerk gemacht hätte. Aber nein, das Bild wird einfach geklaut und in den Tweet gesetzt. Ich möchte ja nicht wissen, wie Nexus Radio mit Musikrechten umgeht – aber dafür sind andere zuständig.

Also hab ich in das Kontaktformular bei Nexus Radio mein Kurzstatement abgegeben, dass sie das Bild löschen sollen, oder ich werde rechtliche Schritte unternehmen. Zu meiner Überraschung kam schon am Abend, besser gesagt spät in der Nacht, die Rückmeldung, dass das Bild gelöscht wurde - von einer Entschuldigung war aber nicht die Rede.

Bei der Bildsuche im WWW nach einem anderen Motiv wurde ich auch bei einer großen englischen Reiseagentur fündig, und mein Ärger war groß, weil mein Bild auf fast allen Seiten recht prominent in einem breiten Banner präsentiert wurde. Auch dort schrieb ich gleich mein Abmahnungs-Statement in das Kontaktformular. Aber ich war durch das Erlebnis mit Nexus Radio wohl etwas verblendet. Als ich noch ein paar weitere Fotos von mir dort fand, wobei eines davon nirgendwo im WWW zu finden ist, da dämmerte mir, dass die Bilder wohl doch ganz legal über eine Bildagentur erstanden wurden. Ich war beim ersten Bild überzeugt davon, dass es nicht von einer Agentur angeboten wird – ist aber nicht so.

Von der Reiseagentur habe ich noch keine Rückmeldung, aber ich vermute mal, dass eine dicke Entschuldigung von mir notwendig sein wird.

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